Medikamentenrückstände im Trinkwasser

Hormone im Wasser: Wie können Sie sich davor schützen?

Medikamente aus dem Wasserhahn

WIE HORMONE INS WASSER GELANGEN UND WIE MAN SICH DAVOR SCHÜTZT 

Zu den Schadstoffen, die unser Trinkwasser zunehmend belasten, gehören unter anderem Rückstände aus Arzneimitteln, die auf verschiedenen Wegen ins Trinkwasser geraten. Hormone zählen zu den besonders risikoreichen Wirkstoffen, die bei Stichproben unabhängiger Institute immer wieder in Wasserproben nachgewiesen werden und in den Medien zunehmend für verstärkte Aufmerksamkeit sorgen.  Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass diese spezielle Form der Trinkwasserbelastung in der deutschen Trinkwasserverordnung derzeit keine Rolle spielt. Denn Hormone gehören nicht zu den Schadstoffen, die mit einem Grenzwert belegt sind, der besagt, welche Menge maximal ins Leitungswasser gelangen darf. Somit unterliegen sie nicht den regelmäßigen Kontrollen des Bundesministeriums für Gesundheit.

Tabletten und Hormone - Was bedeuten Sie für unseren Körper

WAS BEWIRKEN HORMONE IM MENSCHLICHEN KÖRPER?

Als körpereigene Botenstoffe werden Hormone in verschiedenen Drüsen unseres Organsystems produziert und über die Blutbahn an sogenannte Rezeptoren übermittelt. Auf diese Weise steuern Hormone zahlreiche Organfunktionen. Sexualhormone wie die „weiblichen“ Östrogene und „männlichen“ Androgene, darunter das Testosteron, gehören zu den bekanntesten Hormonen unseres Körpers, gefolgt von Insulin, Adrenalin und Serotonin.

Während der Pubertät von Mädchen und Jungen wird der Hormonhaushalt der späteren Frauen und Männer neu aufgestellt. Das geht oft mit Begleiterscheinungen wie überschüssiger Talgproduktion der Haut oder massiven Stimmungsschwankungen einher. Bei beiden Geschlechtern kann während der Pubertät  ein vorübergehender Überschuss an Androgenen zu den typischen Begleiterscheinungen wie starker Schweißbildung und fettiger Haut führen. Ein Ungleichgewicht der hormonellen Kräfte erleben zudem häufig Frauen in den Wechseljahren – dann, wenn androgene Hormone an Dominanz gegenüber den Östrogenen gewinnen.

Einen buchstäblichen Hormonmangel gibt es hingegen tatsächlich nur als Redewendung. Medizinisch stellt der Mangel an bestimmten Botenstoffen vielmehr einen Überschuss an hormonellen Gegenspielern dar, die als Botenstoffe die Oberhand gewinnen. Bei einer Hormontherapie handelt es sich somit nicht um die Behebung eines Mangels, sondern stets um eine herbeigeführte „Überdosierung“. Und die sollte, wenn sie nötig oder gewünscht wird, stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen – aber keineswegs aus dem Wasserhahn.

WAS BEWIRKEN KÜNSTLICHE, DEM KÖRPER ZUGEFÜHRTE HORMONE?

Der am weitesten verbreitete Einsatz von künstlichen Hormonen kommt bei der Empfängnisverhütung mittels der Antibabypille vor. Hierbei werden durch zusätzliche Verabreichung des weiblichen Östrogens und Progesterons andere Rezeptoren blockiert, die einen Eisprung auslösen. Zu diesen künstlichen hormonellen Wirkstoffen zählen Gestagen und das Ethinylestradiol, abgekürzt auch als EE2 bekannt. Letztere Substanz ist es, die Gewässerforschern zunehmende Sorgen bereitet. Bei Fröschen und anderen Amphibien, die besonders sensibel auf das Vorhandensein von Hormonen in ihrer natürlichen Umgebung reagieren, wurde der Effekt der „Verweiblichung“ bei Männchen festgestellt. Und dieser ungewollte Effekt ist medizinisch der gleiche, der bei der Empfängnisverhütung als gewünschter Effekt auftritt: Der Eisprung wird dadurch verhindert, dass der Gebärmutter eine bereits bestehende Schwangerschaft vorgetäuscht wird. Die latente Gefahr, dass Hormone im Wasser eine ungewollte Empfängnisverhütung hervorrufen, ist durchaus gegeben und wird mittlerweile von immer mehr Experten thematisiert.

Ärztliche Aufsicht bei unktrollierter Zufuhr von Hormonen

WELCHE RISIKEN VERURSACHEN HORMONE IM TRINKWASSER?

Gefährlich sind Hormone vor allem dann, wenn die Zufuhr auf unkontrollierte Weise geschieht. Der Missbrauch von Wachstumshormonen wie Steroiden als Dopingmittel im Kraftsportbereich dokumentiert traurigerweise die Schattenseiten und Grauzonen von „Hormontherapien“, wenn sie ohne ärztliche Aufsicht erfolgen, recht anschaulich. Ärzte sind bei der Verordnung von Hormonpräparaten jeglicher Art nicht ohne Grund höchst sorgfältig. Hormone entfalten erstens schon in geringsten Mengen ihre Wirkung und die damit einhergehenden Nebenwirkungen im Organismus. Zweitens stellen Hormonpräparate immer einen Eingriff in den natürlichen Hormonhaushalt dar, der neben äußerlichen Symptomen auch psychische Nebenwirkungen mit sich bringt.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die stete Zufuhr selbst geringster Hormonmengen langfristig Symptome hervorrufen können. Im Verdacht als indirekte Konsequenz ungewollter Hormoneinnahmen stehen vor allem allergische Reaktionen, wie sie auch bei Hormonpräparten häufig als Nebenwirkungen auftreten. Die Langzeitwirkungen von Hormonen gelten bisher noch als weitestgehend unerforscht. Doch immer mehr medizinische Forscher zeigen sich für diese spezielle Problematik sensibilisiert und widmen diesem Thema verstärkte Aufmerksamkeit.

Medikamente

WIE GELANGEN HORMONE INS TRINKWASSER?

Als Hauptursache für Hormone im Trinkwasser gilt das falsche Entsorgen von Medikamenten im Waschbecken oder über die Toilette. Auch Medikamente, die ihr Haltbarkeitsdatum überschritten haben, enthalten in der Regel noch genügend Wirkstoffe, eben zum Beispiel Hormone, die auf diese Weise in den Wasserkreislauf geraten. Des Weiteren werden Hormone über die natürlichen Ausscheidungen des Menschen in den Wasserkreislauf geleitet. Ähnlich wie bei Vitaminen scheidet der Körper die Mengen, die er selbst nicht benötigt oder verarbeiten kann, über den Urin aus.

Potenziell können alle Hormone, die bei bestimmten medizinischen Therapien in Form von Arzneimitteln verordnet werden, Spuren in unserem Trinkwasser hinterlassen. Neben dem im Zusammenhang mit Hormonen im Trinkwasser häufig erwähnten synthetischen Estrogen EE2, eine der Hauptsubstanzen bei Antibabypillen, können potenziell auch Insuline und Steroide bei falscher oder gar illegaler Entsorgung unser Trinkwasser belasten.

Auch die Schweine- und Rindermast in der Landwirtschaft – obschon der Einsatz von Wachstumshormonen seit Ende der 80er-Jahre EU-weit als Mastmittel verboten ist –, gilt nach wie vor als mögliche Quelle von Hormonen im Wasser. Sexualhormone, mit denen sich die Anzahl von Ferkeln und Kälbern maximieren lässt, sind nach wie vor in bedenklichen Mengen im Einsatz.
 

 

HORMONE IM WASSER VERMEIDEN

Die Filtrationsanlagen der Trinkwasseraufbereitungsstätten sind vor allem auf Stoffe und Belastungen ausgerichtet, die unserer Trinkwasserverordnung entsprechen. Da Hormone als Arzneimittelrückstände nicht zu den Parametern gehören, die einer offiziellen gesetzlichen Überprüfung und Überwachung unterliegen, hilft in diesem Falle nur die Selbsthilfe, um sich mit letzter Sicherheit vor Hormonen im Leitungswasser zu schützen.

LUQEL Water Station

WATER STATION

Die LUQEL Water Station, bei der das Filterprinzip der Umkehrosmose zum Tragen kommt, ist in der Lage, auch kleinste organische oder synthetisch hergestellte Mikropartikel im Nanobereich aus dem Leitungswasser zu entfernen.