Im Alltag kommen wir mit vielen bedenklichen Kunststoffen an Stellen in Kontakt, wobei uns die damit verbundene Problematik oftmals gar nicht bewusst ist. Es gibt viele Mikroplastik-Quellen, die Hauptquelle mag überraschend sein.

Hauptquelle für Mikroplastik: Autoreifen

Autoreifen gehören zu den Hauptverursachern von Mikroplastik. Mehrere tausend Tonnen kleinster Plastikpartikel werden jährlich allein durch Reifenabrieb freigesetzt – insbesondere bei Beschleunigungs- und Bremsvorgängen¹. Wer das Auto öfter mal stehen lässt und stattdessen zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt, trägt dazu bei, diese Quelle für Mikroplastik zu reduzieren und leistet einen gesunden Beitrag zum Klimaschutz.

Mikroplastik in Kosmetikprodukten

In vielen Pflege- und Kosmetikprodukten steckt Mikroplastik. Zwar kann man anhand der Inhaltsangaben und anschließendem Googeln problematische Produkte teilweise erkennen. Da aber nicht alle Bezeichnungen einheitlich sind, ist es am sichersten, auf zertifizierte Produkte zurückzugreifen.

Mikroplastik in Reinigungs- und Waschmitteln

Auch in Putz- und Waschmitteln, Conditionern und Weichspülern versteckt sich neben zahlreichen anderen problematischen Inhaltsstoffen auch Mikroplastik. Der Blick auf die Inhalte macht es deutlich. Nachhaltiger, kostenbewusster und umweltfreundlicher sind in der Tat Bio-Waschmittel oder Produkte, die das EU Ecolabel oder den „Blauen Engel“ tragen².

Töpfe und Pfannen mit Teflon-Beschichtung

Seit seiner Einführung in den 1950er Jahren schafft Kunststoff bequeme Alltagserleichterungen: Wo früher noch schlicht-elegante und keimarme Edelstahlprodukte standen, sitzt jetzt viel Kunststoff: Von der Salatschüssel bis zum Schneebesen. Auch die Anti-Haft-Beschichtung von Teflon-Pfannen ist zwar praktisch, besteht aber aus Kunststoff und ist noch nicht mal langlebig. Kunststoff gelangt durch die Hitze in Form kleinster Partikel ins Essen und beim Abwaschen in die Umwelt. Die Alternative bleibt der Klassiker: Die langlebige Eisenpfanne.

Kunstrasen als Quelle für Mikroplastik

Auch hier regiert Convenience: Auf immer mehr Fußball- und Sportplätzen finden sich pflegearme und robuste Kunstrasen anstatt des grünen Naturrasens. Die künstliche Grünfläche zählt zu den Hauptquellen für Mikroplastik. Tatsächlich soll es einen neu entwickelten Kunstrasen ohne Mikroplastik geben, der aber noch vergleichsweise teuer ist.

 

[1] https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Presse/Mitteilungen/2021/08-2021.html

[2] https://utopia.de/ratgeber/kastanien-waschmittel-selber-machen/


Mikroplastik aus Sohlenabrieb

Die meisten Schuhsohlen bestehen heute aus Kunststoff, der sich beim Gehen in kleinsten Partikeln abreibt und in die Umwelt gelangt. Bei Schuhen (inklusive Flipflops) mit einer Sohle aus biologisch abbaubarem Naturkautschuk oder Hanf lässt sich die Freisetzung von Mikroplastik vermeiden. Die Zeiten sind vorbei, wo Nachhaltigkeit und ästhetisches Design sich gegenseitig ausgeschlossen haben.

Putztücher und Schwämme aus Kunstfaser

Mikrofasertücher und viele Spülschwämme bestehen auch aus Kunstfasern. Es gibt mit biologisch abbaubaren Schwammtüchern bereits zahlreiche nachhaltige Lösungen, wie etwa aus Hanf oder Holzzellulose.

Fleece-Kleidung setzt Mikroplastik frei

Aus Kunstfasern bestehende Fleece-Kleidung hält warm und trocknet schnell. Sie setzt aber durch die Drehbewegung der Waschtrommel bei jeder Wäsche bis zu einer Million mikroskopische Kunststoff-Partikel frei. Diese können Kläranlagen nicht herausfiltern. So gelangen sie in unser Trinkwasser und die Umwelt. Tatsächlich bieten führende Hersteller schon Fleece-Alternativen aus Bio-Baumwolle und aus nachhaltig gewonnenem Eukalyptus- und Buchenholz an³ . Das Besondere: Die Mikropartikel, die beim Waschen in den globalen Wasserkreislauf gelangen, können sich im Meerwasser vollständig biologisch abbauen.

[3] https://nachhaltigkeitsbericht.vaude.com/gri/news/Holz-fuer-Bekleidung-gegen-Mikroplastik-im-Meer.php

Socken und Strumpfhosen setzen Mikroplastik frei

Auch an unseren Füßen versteckt sich Mikroplastik, denn Socken und Strumpfhosen bestehen zumindest teilweise aus künstlichen Fasern. Wer sich für Exemplare aus natürlicher Wolle entscheidet, erhält sogar noch die atmungsaktivere Lösung für die Füße.

Quelle für Mikroplastik: Kunststoffabfälle

Der Blick in die Mülleimer zeigt: Unsere Abfälle bestehen heutzutage vorrangig aus Kunststoff. Durch in der Natur entsorgte Einweg-Plastikverpackungen, Wasser- oder andere Plastikflaschen aus Müll und Müllexporte gelangt Plastikmüll in die Umwelt, wo er nach und nach zu Mikroplastik zersetzt wird. Auch hier kannst du ansetzen, indem du plastikfreie Produkte bevorzugst und Plastikmüll vermeidest – zum Beispiel durch den Einkauf in einem Unverpackt-Laden.

Auf dem Transportweg verloren gegangene Kunststoff-Pellets

Kunststoffprodukte werden häufig aus Kunststoff-Pellets hergestellt, die in Containern über die Weltmeere transportiert werden. Immer wieder gehen Container mit dem problematischen Material bei stürmischer See über Bord. Dagegen können wir nichts tun. Wer aber seinen Konsum insgesamt überdenkt und auf Plastik weitgehend verzichtet, trägt dazu bei, dass weniger Materialien hergestellt und somit auch weniger transportiert werden.

Mikroplastik vermeiden heißt Plastikkonsum reduzieren

Während es inzwischen zahlreiche Veröffentlichungen gibt, die dabei helfen, Mikroplastik in Kosmetik zu meiden, deuten Studien darauf hin, dass nicht-lösliches Mikroplastik zu einem großen Teil durch die Zersetzung in die Umwelt gelangter Verpackungen entsteht (Stichwort Abfallentsorgung). Deshalb empfiehlt es sich, den Plastikkonsum generell zu überdenken und ihm, wo es möglich ist, aus dem Weg zu gehen.
Gerade bei Wasser bieten sich schöne Wasserflaschen aus Edelstahl oder Glas an, für die Wasserversorgung im größeren Stil wie zum Beispiel im Unternehmen liefern Wasserspender am Point-of-Use mit anspruchsvoller Filtrations ein nachhaltiges und wohlschmeckendes Ergebnis.
Apps wie etwa Codecheck liefern Hintergrundinformationen zu den Inhaltsstoffen zahlreicher Produkte und können so Orientierung bei der Suche nach verstecktem Mikroplastik und anderen bedenklichen Stoffen geben.